Mein Blog übersiedelt…

Am 11. Oktober wählt Wien. Damit werden auch in Währing die Weichen gestellt. Wenn wir Grüne Erste werden und ich erste grüne Bezirksvorsteherin, dann heißt das:

Endlich das Parkpickerl für Währing, endlich eine Flaniermeile in der Währinger Straße, eine verkehrsberuhigte Gersthofer Straße, attraktive Radverbindungen, gute Nahversorgung, mehr Grün, besonders im Kreuzgassenviertel, und partizipative Politik in einem offenen Amtshaus!

Währing kann mehr. Wir Grüne haben die Ideen und den Mut, Währing wieder auf Zukunftskurs zu bringen. Gemeinsam mit dir schaffen wir das!

Alle Informationen dazu findest du auf meiner neuen Website – auf die nun auch mein Blog übersiedelt. Ich freu mich, wenn du mich dort besuchst 🙂

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Unfallentwicklung, Straßenbahnblockaden, Zukunftskonzepte – in Währing alles kein Thema

Wenn man mit Menschen in der Stadt über Lokalpolitik redet, dann gibt es in der Regel ein bestimmendes Thema: Verkehr. Wie der organisiert ist, wie der öffentliche Raum gestaltet ist, wem wie viel Platz darin eingeräumt wird – damit steht und fällt die Lebensqualität.

Deswegen gehört die Verkehrskommission – oder auch Mobilitätskommission, wie sie in manchen Bezirken besser heißt – auch zu den arbeitsintensivsten Gremien der Bezirksvertretungen: Dort werden Straßen-Neugestaltungen besprochen, Gesamtkonzepte der Stadt vorgestellt und ihre Chancen für den Bezirk ausgelotet, Anliegen von BürgerInnen, Elternvereinen und Schulen bearbeitet, neue Entwicklungen besprochen. Das bedeutet zumindest einmal im Monat intensive Sitzungen und Diskussionen.

Zumindest sollte das so sein. In Währing gehen die Uhren anders: Unsere Verkehrskommission hatte unter ÖVP-Führung seit der letzten Wahl im Oktober 2010 genau 10 Arbeitssitzungen. In 5 Jahren. Seit 2012 gibt es Sitzungen überhaupt nur mehr, wenn grüne Anträge eine Einberufung notwendig machen.

Genau genommen ist das ein ziemlicher Skandal. Denn es ist ja nicht so, dass es in Währing keine Probleme gäbe. So weist die Unfallstatistik 2012/13 für Währing eine der schlechtesten Unfallentwicklungen unter Wiens Bezirken aus. Das wäre doch eine Verkehrskommissionssitzung wert, dass man sich diese Statistik ein bisschen genauer anschaut, von ExpertInnen analysieren lässt und Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Oder das Thema Straßenbahnblockaden: Von wienweit 710 von parkenden Autos verursachten Straßenbahnblockaden passierten im Jahr 2014 allein 256 in Währing. Das sind 36 Prozent! Auch das sollte doch dem verantwortlichen Gremium der Bezirkspolitik eine Sitzung wert sein. Sollte man meinen. Die Statistik kam im Jänner heraus. Jetzt haben wir Mai…

Die Untätigkeit betrifft neben den akuten Problemen auch die Zukunftsfragen:
Das Verkehrsressort Wiens hat in den letzten Jahren ein neues Hauptradwegenetz erarbeitet, ein neues Garagenkonzept, Richtlinien für Begegnungszonen, ein Grün- und Freiraumkonzept zur Förderung des Zu-Fuß-Gehens – viele Chancen, Rahmensetzung und Ideen für Bezirke, Verkehr umweltfreundlicher zu machen und den öffentlichen Raum attraktiver. Und nebenbei auch noch finanzielle Unterstützung von der Stadt für das eine oder andere Projekt zu bekommen. In Währing alles kein Thema, alles keine Gründe für Bezirksvorsteher Homole und den VP-Vorsitzenden, die Verkehrskommission damit zu befassen.

Es wird Zeit, dass dieser Bezirk in engagiertere Hände kommt. Gemeinsam schaffen wir das!

Cottagegasse 6: Wie Desinteresse Lebensqualität gefährdet

Die Widmungsänderung für das Grundstück Cottagegasse 6 wurde kürzlich vom Gemeinderat beschlossen: Aufzonung auf Bauklasse III, Verkleinerung der Grünfläche und Aufhebung des Unterbauungsverbots. Nach der breiten Zustimmung der Währinger Bezirksvertretung – nur wir Grüne hatten dagegen gestimmt –, war nicht viel anderes möglich.
Kleiner Erfolg: Dank mehrerer Hundert AnrainerInnen-Einsprüche und grüner Hartnäckigkeit wurde durchgängig 1,5 m Aufschüttung auf die zukünftige Tiefgarage vorgeschrieben. Immerhin. Damit besteht die Chance, dass dort nach dem Bau ersatzgepflanzte Bäume irgendwann wieder richtige Baumgröße erlangen.

Insgesamt ist die Geschichte rund um das Grundstück Cottagegasse 6 allerdings ein Lehrstück, wie desinteressierte und ambitionslose Bezirkspolitik die Lebensqualität in einem ganzen Grätzl gefährdet.

Cottagegasse 6 013Das begann im Jahr 2010, als in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die acht wunderschönen Kastanienbäume im Gastgarten direkt an der Straße allesamt gefällt wurden. Damit waren nicht nur der wunderschöne Gastgarten und das dortige Restaurant Geschichte, sondern auch wertvolles Grün mitten im dichtverbauten Gebiet. Bezirksvorsteher Homole, über dessen Schreibtisch die Baumbescheide gingen, sah keinen Grund, die Rodung zu hinterfragen bzw. auf Immobilieninteressen hin abzuklopfen.

Viele WähringerInnen waren empört über die offensichtliche Immobilienspekulation. Vielleicht war das ja der Grund, warum 2013 völlig überraschend ein 4-Parteien-Antrag zustande kam, in dem sich die gesamte Bezirksvertretung für den uneingeschränkten Erhalt der Grünfläche aussprach. Wir freuten uns, und wir wunderten uns. Nicht lange.

Ein Jahr später war eh wieder alles anders: Ein neuer Bauwerber präsentierte eine gefällige Projektskizze – und ohne jede Not forderten ÖVP, SPÖ und FPÖ von der zuständigen Behörde alle von ihm benötigten Widmungsänderungen ein. Ohne irgendeine Auseinandersetzung mit dem Bauprojekt, ohne jede Auflage: keine, um zukünftigen Baumbestand sicherzustellen, keine, um die Belichtung des Hofs am Nachbargrundstück zu gewährleisten, nichts. Mit Müh und Not konnten wir unsere KollegInnen im Bauausschuss dazu bringen, die Mindestaufschüttung über der künftigen Garage zu fordern; Diskussionen über weiter gehende Auflagen wurden vom VP-Vorsitzenden schlicht abgewürgt.

Vor allem die Aufhebung des Unterbauungsverbots schmerzt. Gibt es doch im dichtverbauten Gebiet nicht mehr viele Stellen, wo Bäume ungehindert wurzeln und Regenwasser ungehindert abfließen kann. Und ja, natürlich kann man – wie die drei Parteien mit Bezirksvorsteher Homole an der Spitze –die einfache Logik akzeptieren: Neue Wohnbauten haben eine Stellplatzverpflichtung, daher muss Garage gebaut werden, die braucht das ganze Grundstück und daher muss unterbaut werden.

Man hätte aber auch das Gespräch mit dem Bauwerber suchen können. Um innovative Lösungen ins Spiel zu bringen – zum Beispiel die Konzeption des Projekts als erstes autofreies Wohnhaus in Währing (analog den Autofreien Siedlungen in anderen Bezirken). Oder zumindest zu schauen, wie eine kleinere Garage ausschauen könnte – und dann mit der Behörde über eine Reduktion der Stellplatzverpflichtung zu verhandeln. Oder eben zumindest mit der Behörde diskutieren können über Auflagen für Baumbestand und Belichtung.

Alles nicht passiert. Währing braucht frische Energie und neue Ideen. Gemeinsam schaffen wir das!

Mehr Fahrrad für Währing

201305_Portugal5 015Die Temperaturen steigen, der Frühling kommt – da macht Radfahren wieder so richtig Spaß. Zwischen zwei Terminen Bewegung machen, ohne Parkplatzsuche, Stau und Warterei unterwegs sein, Einkäufe transportieren – das ist es, was ich an diesem Verkehrsmittel so schätze. Die meisten in der Stadt zurückgelegten Wege sind kürzer als 5 km (das reicht von Währing bis zu Urania oder Hauptbahnhof) – und für diese Distanzen ist das Fahrrad unschlagbar.

Mehr Radfahren heißt: Weniger Lärm, weniger Feinstaub, weniger klimaschädliches CO2. Radfahren braucht viel, viel weniger Platz als Autoverkehr – fahrend wie stehend. Und nicht zuletzt, allen Diskussionen um Fahrradrowdies zum Trotz, sind die durch die Stadt fahrenden Drahtesel um vieles ungefährlicher als motorenbetriebene Blechkutschen. Radfahren ist also für alle gut – für den Einzelnen, für die Allgemeinheit und für die Umwelt.

Bis zu Bezirksvorsteher Homole und seiner ÖVP hat sich das leider noch nicht herumgesprochen. Währing ist auch bezüglich Radverkehrspolitik Schlusslicht unter Wiens Bezirken: Nirgends sonst gibt es so wenig Radwege, Radstreifen, sichere Radverbindungen und Radabstellanlagen. Kaum wo sonst wird die Förderung des Radverkehrs dermaßen verschlafen.

Man muss es ja auch selbst erlebt haben: Wie unangenehm es ist, wenn einen in der Gersthofer Straße die Autos viel zu schnell und viel zu knapp überholen. Wie öd es ist, wenn vor dem Bezirksamt wieder mal alle Radbügel überbelegt sind. Oder bei der S45-Station Gersthof erst gar keine vorhanden. Was für eine Zumutung Einbahn-Umwege sind, in Währing oft auch noch mit Steigungen verbunden, nur weil wegen ein paar Schrägparkplätzen Radfahren-gegen-die-Einbahn verboten ist.

Höchste Zeit, dass das Fahrrad auch in Währing als Verkehrsmittel der Zukunft ernst genommen wird. Das heißt so rasch als möglich:

  • Tempo 30 auch auf den sogenannten Hauptstraßen Martinstraße / Gymnasiumstraße, Gentzgasse, Währinger Straße, Hasenauerstraße und Gersthofer Straße / Pötzleinsdorfer Straße
  • durchgängige und sichere Radverbindungen quer durch Währing, von Pötzleinsdorf bis in die Innenstadt, von der Jörger Straße und Hernalser Hauptstraße bis zur Billroth- und Peter-Jordan-Straße,
  • ein dichtes Netz an Abstellanlagen, vor allem auch bei S45 und U6
  • Förderung von kreativen und innovativen Ideen: Lieferdienste mit Lastenrad, E-Bikes, Kinderanhänger, Fahrradstationen (das sind Abstellanlagen kombiniert mit Radwerkstatt) und „Luftstationen“ (an öffentlichen Plätzen zum einfachen Reifen-Aufpumpen), Fahrradkurse für Erwachsene, usw. usw.

20130504_Radaktionstag_Foto Erik07Wir wollen, dass die Menschen in Währing gerne und viel Rad fahren.
Schon wieder eine Motivation, am 11.10. die Wahl zu gewinnen und Bezirksvorsteherin zu werden. Gemeinsam schaffen wir das 🙂

Teure Verkehrspolitik von vorgestern: Noch eine Ampel auf der Gersthofer Straße

Die Situation ist seit Jahren bekannt: Die Gersthofer Straße ist als Auto-Rennbahn angelegt, FußgängerInnen kommen nur über die Straße, wenn sie entweder todesmutig sind oder Umwege bis zur nächsten Ampel in Kauf nehmen; an Radfahren ist für die meisten sowieso nicht zu denken.

P1040188Seit Jahren unternehmen Bezirksvorsteher Homole, ÖVP und SPÖ genau nichts. Eine Bürgerinitiative, Hunderte Unterschriften, runde Tische mit der Verkehrsstadträtin – Ergebnis null. Doch seit kurzem liegt nun die Unfallstatistik 2013 auf dem Tisch. Sie ist für Währing insgesamt katastrophal, und die Gersthofer Straße gehört zu den besonders gefährlichen Pflastern: 18 Unfälle allein zwischen Kreuzgasse und Türkenschanzplatz.

Nun sind Homole und CO unter Zugzwang. Und was machen sie? Sie graben eine ihnen abgerungene punktuelle Untersuchung der Kreuzung Gersthofer Straße / Herbeckstraße aus und finden darin den Stein der Weisen: Die Gersthofer Straße soll eine weitere Ampel bekommen. Die vierte auf 250 Meter. Damit würde nun „die gefährliche Situation in der Gersthofer Straße beseitigt“.

Ein schlechter Scherz. Die Ampel würde nur einen kleinen Teil des Gefahrenbereichs abdecken. Und sie würde am Grundproblem gar nichts ändern: Wie schon die anderen 3 Ampeln „durchgeschalten“, wird sie die Autos nicht einbremsen; dafür müssen die FußgängerInnen einmal mehr Umwege und Wartezeiten in Kauf nehmen, um sicher über die Straße zu kommen. Die nächste teure Scheinlösung – kostet doch das Ganze auch noch 100.000 EURO plus laufende Instandhaltung.

Wir brauchen eine Verkehrspolitik für die Stadt von heute und morgen – und nicht für die von vorgestern. Das heißt vor allem: Nicht der Autoverkehr hat im Mittelpunkt zu stehen, sondern die Menschen.

Was wir Grüne machen würden? Kurzfristig eine Trennung von Auto- und Öffispur in beiden Richtungen. Das kostet ein paar tausend Euro Farbe, die Autos werden verlangsamt, 10A und 40er/41er haben freie Fahrt, Zu-Fuß-Gehen und Radfahren werden sicherer, FußgängerInnen können entspannt die Straßenseite wechseln.

Und mittelfristig ein Entwicklungsprojekt „Lebensraum Gersthofer Straße“ – bei dem dann vielleicht etwas in der Art herauskommt, wie es gerade vor der S45-Station Hernals umgesetzt wird:

Das müsste doch in Gersthof auch gehen. Und genau dafür möchte ich erste grüne Bezirksvorsteherin in Währing werden. Gemeinsam schaffen wir das!

110.000 Euro für 25 Pendlerparkplätze

Wir Grüne sind zur Zeit viel in Gersthof unterwegs. Bei unseren Hausbesuchen und bei Gesprächen auf der Straße gibt es neben den Dauerbrennern Parkpickerl und Rennbahn Gersthofer Straße vor allem ein Thema: die neue Einbahn in der Schöffelgasse.

IMG_0854Wo die wohl plötzlich herkommt? Wozu das gut sein soll? Weil das verkehrstechnisch doch gar keinen Sinn macht?

Wenn wir dann erzählen, wie es zu dieser Einbahn zwischen Lidlgasse und Czartoryskigasse gekommen ist, dann bleiben meist nur Kopfschütteln und Ärger.

Also: Veranlasst hat das Ganze Bezirksvorsteher Homole. Weil die Anrainer sich Verkehrsberuhigung gewünscht hätten. Und bei einer Bürgerbefragung eine Mehrheit für diese Einbahnregelung verbunden mit neuen Schrägparkplätzen herausgekommen sei.

Wir wissen nicht, die ganze Bezirksvertretung weiß nicht, wen Homole befragt hat und welche Frage er gestellt hat. Wir wissen nur, wie viel der Spaß kostet: 110.000 Euro für ca. 25 zusätzliche Parkplätze. Also ca. 4400 Euro je neuem Parkplatz.

Und wir wissen, dass der Schildbürgerstreich Methode hat: Weil Währing dank Bezirksvorsteher Homole und seiner ÖVP immer noch kein Parkpickerl hat, ist nicht mehr nur Innerwähring völlig zugeparkt – mittlerweile sind auch große Teile von Gersthof ein einziger Gratisparkplatz für Pendler und Touristen. Damit ist auch Homole unter Zugzwang und muss Aktivität vorweisen.

Und was macht er? Er wiederholt jetzt in Gersthof das, was er in Innerwähring schon in den 1990ern gemacht hat: Er requiriert jeden verfügbaren Quadratmeter für das Abstellen von Autos und „schafft“ so Parkplätze. Da werden Grünstreifen zuasphaltiert – wie in der Schindlergasse und der Scheidlstraße – ohne Rücksicht, ob die dort stehenden Bäume das überleben. Und es werden Einbahnen verordnet, um Schrägparkplätze zu ermöglichen und so ein paar Autos mehr unterzubringen. Wie jetzt eben in der Schöffelgasse.

Gelöst ist damit gar nichts. Die zusätzlichen Parkplätze werden sofort von zusätzlichen Dauerparkern von außerhalb belegt. Und wenn man den Verkehr in Gersthof ernsthaft beruhigen wollte, würde es ein umfassenderes Konzept brauchen als ein willkürlich gesetztes Stück Einbahn (das erfahrungsgemäß eher zur Beschleunigung als zur Beruhigung des Verkehrs beiträgt).

Es wird Zeit, dass wir mit diesen Schildbürgerstreichen Schluss machen. Bevor der letzte Grünstreifen in Währing zubetoniert und noch mehr Geld für teure Scheinlösungen verpulvert ist. Währing braucht zukunftsfähige Verkehrslösungen, allen voran endlich das Parkpickerl. Gemeinsam schaffen wir das.

Öffi-Blockaden wären leicht zu beheben

Ich hab hier von der jahrelangen Blockade und dem Stillstand der Währinger Politik gesprochen – die wichtigste Motivation, warum ich Bezirksvorsteherin werden möchte.

Woran man Blockade und Stillstand merkt? Daran, dass die Menschen sich an Probleme gewöhnen. Ab und zu sich noch aufregen und dagegen aufbegehren, aber irgendwie gar nicht mehr dran glauben, dass sich da jemals etwas ändern wird. Auch wenn sie ganz einfach zu lösen wären.

foto00111Eines dieser Probleme: die regelmäßigen Fahrtbehinderungen unserer Straßenbahnen durch Falschparker. Im Jahr 2014 waren die drei Währinger Linien 40, 41 und 42 unter den sechs meist behinderten Straßenbahnlinien Wiens – über 220 Mal war eine Währinger Linie blockiert.

foto00081Man muss sich vor Augen halten, was das heißt: Durch die Blockade ist meist der Verkehr auf der kompletten Linie eingeschränkt – in Währing durch die Parallelführung von 40 und 41 häufig gleich für zwei Linien. Die Behebung der Störung dauert bis zu 40 Minuten. Schnell sind hunderte Fahrgäste betroffen, kommen zu spät zur Arbeit, in die Schule, auf die Uni, müssen entweder zu Fuß weiter oder entnervt warten, bis die Fahrt umgeleitet oder endlich fortgesetzt werden kann.

Und das im Schnitt an zwei von drei Tagen. Das geht jetzt in Währing seit Jahren so. Man sollte meinen, dass der Ärger groß und das Problem brisant genug sind, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Vor allem, wenn es eine ziemlich einfache Lösung gibt:

Wenn man sich die Statistik 2014 genau anschaut, dann gibt es bei den Blockaden eindeutige Häufungspunkte. Sieben solcher Häufungspunkte in Kreuzgasse, Währinger Straße und Gentzgasse verursachten in Summe fast 70% der Fahrtbehinderungen. Spitzenreiter ist ein kurzes Straßenstück in der Kreuzgasse, das allein für 46 Blockaden verantwortlich ist.

Die einfache und rasch machbare Maßnahme liegt auf der Hand: die Parkplätze an diesen Blockade-Häufungspunkten wegnehmen. Halteverbot, breiterer Gehsteig oder Radabstellbügel – jedenfalls aber keine falsch parkenden SUVs mehr, die die Straßenbahn blockieren. Ein paar Parkplätze weniger und dafür 152 Mal für Hunderte Menschen Nerven und Zeit gespart.

Wir haben letzte Woche einen entsprechenden Antrag in der Bezirksvertretung gestellt. Die SPÖ meinte, wir würden populistisch agieren, Bezirksvorsteher Homole und seine ÖVP haben sich gleich gar nicht geäußert. ÖVP, SPÖ und FPÖ haben den Antrag abgelehnt.

Zeit für eine andere Prioritätensetzung in Währing: Pünktliche und schnelle Straßenbahnen sind wichtiger als Parkplätze. Und mit dem Parkpickerl können wir auf diese paar Parkplätze in Zukunft noch leichter verzichten. Gemeinsam schaffen wir das!