Endlich Bewegung im Verkehr

Ich wohne ja in Währing. Was in letzter Zeit bedeutet: viele, viele Diskussionen. Über Verkehr im Allgemeinen und das Parkpickerl im Besonderen: Wie stellt’s ihr Grünen euch vor, dass ich zur Arbeit komme? Radfahren? Bin ich lebensmüde? Die Öffis? Zu langsam, zu voll. Und dieser Parkpickerl-Fleckerlteppich – wo bleibt da das Gesamtkonzept?

Laut Klimabericht ist in Österreich der Verkehr der einzige Bereich, in dem der CO2-Ausstoß in den letzten 20 Jahren massiv zugenommen hat: um 55 % von 1990 bis 2011. Wohl kein Zufall, denn im Vergleich mit den anderen Bereichen (Raumwärme, Abfallwirtschaft, Energieerzeugung, etc.) ist Verkehr eine hochkomplexe Angelegenheit. Da geht’s nicht um relativ simple Fragen wie bessere Gebäudedämmung, effektiveres Recycling oder Bau von Solarkraftwerken; da geht‘s um vielfältige Zusammenhänge von Infrastruktur, Stadtentwicklung, gesetzlichen Regeln und Verhalten der Einzelnen.

Über Jahrzehnte wurden die Leitplanken in eine Richtung gestellt: Straßenbau ohne Ende, Zersiedelungspolitik, eine auf den Autoverkehr zugeschnittene StraßenverkehGersthoferstraße1rsordnung, Umwidmung von Plätzen und Gehsteigen in Autoparkplätze. Mit den bekannten Resultaten: Lärm, Abgase, immer weniger Nahversorgung, Mobilitätseinschränkungen für Kinder und alte Menschen, steigende Mobilitätskosten für alle und Klimawandel als Draufgabe. In Sonntagsreden herrscht daher auch Einigkeit: Das gehört geändert, wir brauchen weniger Auto.

Die schlechte Nachricht: Wir haben keine Zweitstadt, in der wir alles picobello vorbereiten können – breitere Gehsteige, sichere Radfahrmöglichkeiten, alle Geschäfte in Reichweite, mehr Grün, bessere Öffis – und dann übersiedeln wir alle am Tag X dorthin. Die Umstellung muss im laufenden Betrieb erfolgen, und das geht nicht reibungslos.

Schulgasse_VisionDie gute Nachricht: Wenn wir gleichzeitig an vielen Hebeln ansetzen, dann ist diese Umstellung im laufenden Betrieb möglich. In nur zwei Jahren hat in Wien eine kleine Revolution stattgefunden: Mit der Verbilligung auf 365 Euro wurden 125.000 Jahreskarten mehr verkauft, 280.000 Jugendliche sind in der Ost-Region mit dem neuen 60-Euro-Jugendticket unterwegs, Intervallverdichtungen und neue Linien bei den Öffis, Carsharing-Angebote, Verbesserungen für den Radverkehr, die Ausdehnung des Parkpickerls, die ÖBB-Pendlerzüge verzeichnen starke Zuwächse, die Park-and-Ride-Garagen am Stadtrand und in Niederösterreich werden erstmals voll genutzt. (siehe auch http://wien.gruene.at/2013/01/22/rekord)

Das, worüber jahrelang nur geredet wurde – dass der Autoverkehr in der Stadt weniger werden muss – das passiert jetzt. In nur zwei Jahren ist es gelungen, den Anteil des Autoverkehrs in Wien von 31 % auf 27 % zu senken und den Anteil von Öffis und Fahrrad entsprechend zu steigern. Wir Grüne haben ein Gesamtkonzept für die Verkehrswende – und es funktioniert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s