Teure Verkehrspolitik von vorgestern: Noch eine Ampel auf der Gersthofer Straße

Die Situation ist seit Jahren bekannt: Die Gersthofer Straße ist als Auto-Rennbahn angelegt, FußgängerInnen kommen nur über die Straße, wenn sie entweder todesmutig sind oder Umwege bis zur nächsten Ampel in Kauf nehmen; an Radfahren ist für die meisten sowieso nicht zu denken.

P1040188Seit Jahren unternehmen Bezirksvorsteher Homole, ÖVP und SPÖ genau nichts. Eine Bürgerinitiative, Hunderte Unterschriften, runde Tische mit der Verkehrsstadträtin – Ergebnis null. Doch seit kurzem liegt nun die Unfallstatistik 2013 auf dem Tisch. Sie ist für Währing insgesamt katastrophal, und die Gersthofer Straße gehört zu den besonders gefährlichen Pflastern: 18 Unfälle allein zwischen Kreuzgasse und Türkenschanzplatz.

Nun sind Homole und CO unter Zugzwang. Und was machen sie? Sie graben eine ihnen abgerungene punktuelle Untersuchung der Kreuzung Gersthofer Straße / Herbeckstraße aus und finden darin den Stein der Weisen: Die Gersthofer Straße soll eine weitere Ampel bekommen. Die vierte auf 250 Meter. Damit würde nun „die gefährliche Situation in der Gersthofer Straße beseitigt“.

Ein schlechter Scherz. Die Ampel würde nur einen kleinen Teil des Gefahrenbereichs abdecken. Und sie würde am Grundproblem gar nichts ändern: Wie schon die anderen 3 Ampeln „durchgeschalten“, wird sie die Autos nicht einbremsen; dafür müssen die FußgängerInnen einmal mehr Umwege und Wartezeiten in Kauf nehmen, um sicher über die Straße zu kommen. Die nächste teure Scheinlösung – kostet doch das Ganze auch noch 100.000 EURO plus laufende Instandhaltung.

Wir brauchen eine Verkehrspolitik für die Stadt von heute und morgen – und nicht für die von vorgestern. Das heißt vor allem: Nicht der Autoverkehr hat im Mittelpunkt zu stehen, sondern die Menschen.

Was wir Grüne machen würden? Kurzfristig eine Trennung von Auto- und Öffispur in beiden Richtungen. Das kostet ein paar tausend Euro Farbe, die Autos werden verlangsamt, 10A und 40er/41er haben freie Fahrt, Zu-Fuß-Gehen und Radfahren werden sicherer, FußgängerInnen können entspannt die Straßenseite wechseln.

Und mittelfristig ein Entwicklungsprojekt „Lebensraum Gersthofer Straße“ – bei dem dann vielleicht etwas in der Art herauskommt, wie es gerade vor der S45-Station Hernals umgesetzt wird:

Das müsste doch in Gersthof auch gehen. Und genau dafür möchte ich erste grüne Bezirksvorsteherin in Währing werden. Gemeinsam schaffen wir das!

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